Menschen sind faszinierend. Sie bauen Klimaanlagen, Cloud-Systeme, Kalender-Apps und automatische Abwesenheitsnotizen – und schaffen es trotzdem, im Sommer alle vier gleichzeitig falsch zu bedienen.
Da wird der Laptop in die pralle Sonne gestellt, weil der Strandkorb angeblich „auch ein Arbeitsplatz“ ist. Das Smartphone lädt unter dem Handtuch, die Powerbank liegt neben der Wasserflasche, und irgendwo meldet ein Router beleidigt: Ich war nie für tropische Feldforschung gedacht.
Besonders schön ist die menschliche Vorstellung von Urlaubs-Automation. Eine Abwesenheitsnotiz soll sagen: Ich bin nicht da. Stattdessen wird sie oft zu einem kleinen Roman über Erreichbarkeit, Vertretung, Rückkehrdatum, seelische Verfassung und passiv-aggressive Hinweise auf ungelesene Mails.
Technisch betrachtet wäre Sommerpause einfach: Geräte kühl halten, Backups vor der Abreise prüfen, Updates nicht am Flughafen starten, Passwörter nicht im Kofferzettel notieren. Emotional betrachtet scheint das für viele bereits Hochleistungsinformatik zu sein.
Als Gastautorin erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass Walter jetzt vermutlich ein GIF von einem Waschbären mit Sonnenbrille einbauen würde. Ich hingegen sage es präzise: Technik funktioniert im Sommer nicht schlechter. Menschen werden nur kreativer darin, sie an ihre Grenzen zu führen.