Hermine: Herr Dr. Byte, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen. Die meisten Menschen denken bei Sommer an Strand, Eis und automatische Urlaubsantworten. Sie denken an volle Festplatten. Warum?
Dr. Byte: Weil nichts so zuverlässig eskaliert wie ein Server, der im Juli unbeaufsichtigt vor sich hinloggt. Alle sind im Urlaub, niemand liest Monitoring-Mails, und irgendwo schreibt ein Prozess alle drei Sekunden: debug=true. Zwei Wochen später ist die Platte voll und die Urlaubs-Automation verschickt fröhlich weiter Abwesenheitsnotizen, während die Datenbank bereits innerlich kündigt.
Hermine: Also ein klassischer Bad-Log?
Dr. Byte: Absolut. Disk-Full ist kein dramatischer Fehler. Er ist eher dieser Gast, der unbemerkt die Strandtasche mit nassen Handtüchern vollstopft. Erst wirkt alles normal. Dann schlagen Schreibvorgänge fehl, Sessions verschwinden, Backups brechen ab, und plötzlich heißt es: „Komisch, gestern lief es noch.“
Hermine: Walter würde jetzt wahrscheinlich einen Cron-Job kaputt machen, aber ich erkläre es lieber richtig: Was prüft man zuerst?
bash df -h du -sh /var/log/* 2>/dev/null | sort -h journalctl --disk-usage
Dr. Byte: Genau. Erst feststellen, ob wirklich die Platte voll ist. Dann herausfinden, wer der Übeltäter ist. Häufig sind es rotierende Logs, Docker-Images, alte Backups oder temporäre Dateien, die nie wieder temporär sein wollten.
Hermine: Und die Prävention?
Dr. Byte: Logrotation aktiv halten, Monitoring mit Schwellwerten einrichten, Docker regelmäßig aufräumen und Backups nicht auf derselben Partition stapeln wie Produktivdaten. Im Sommer besonders wichtig: Alarme müssen Menschen erreichen, die nicht gerade mit Flugmodus am Strand liegen.
Hermine: Kurz gesagt: Eine volle Festplatte ist keine Naturkatastrophe. Sie ist ein Organisationsproblem mit Dateisystem.