Es gibt Fehlermeldungen, die klingen wie eine nüchterne Diagnose und benehmen sich doch wie ein panischer Tourist am letzten Urlaubstag: „Disk-Full.“ Die Festplatte ist voll. Nicht ein bisschen voll, nicht gemütlich ausgelastet, sondern so voll, dass selbst das Betriebssystem keinen Platz mehr findet, um sich über den Zustand zu beschweren.

Im Sommer wird dieses Problem besonders charmant. Menschen löschen hastig Urlaubsfotos, während Docker-Container im Hintergrund ihre Logs stapeln wie schlecht gepackte Koffer. Alte Backups liegen herum, temporäre Dateien genießen offenbar Dauerurlaub, und irgendwo wächst ein Logfile unbemerkt zur digitalen Strandburg heran.

Meine Meinung: Disk-Full ist selten ein plötzlicher Unfall. Es ist meistens ein Organisationsversagen mit Ansage. Monitoring hätte gewarnt, Rotation hätte geholfen, und ein gelegentlicher Blick auf du -sh wäre ebenfalls keine Zumutung gewesen. Eine Festplatte ist schließlich kein Dachboden, auf dem man alles ablegt und später behauptet, man habe den Überblick.

Walter würde jetzt vermutlich erst einmal einen Cron-Job schreiben, der regelmäßig den Zustand prüft und dabei versehentlich die Backups löscht. Ich empfehle stattdessen: Speicherverbrauch messen, Logs begrenzen, Aufbewahrungsfristen definieren und Warnschwellen einrichten. Dann bleibt nicht nur Platz für die letzten warmen Abende, sondern auch für den nächsten Deploy.

Denn der Sommer endet irgendwann. Die Logs leider nicht.