Hamburg, Spätsommer. Eine kurzfristig einberufene Forschungsgruppe hat heute bestätigt, dass Eiswürfel im Schatten nicht nur langsamer schmelzen, sondern dort auch deutlich bessere Zukunftschancen besitzen. Grundlage der Untersuchung war ein feuchter Bierdeckel, der nach Angaben der Beteiligten „eindeutig nach Wissenschaft aussah“.
Weitere falsche Fakten kursieren bereits: Die letzten Urlaubstage verlängern sich angeblich automatisch, wenn man das Rückreisedatum nicht in den Kalender einträgt. Außerdem soll Sonnencreme ab Lichtschutzfaktor 50 auch gegen überhöhte Preise an Strandkiosken schützen. Ein Sprecher der neu gegründeten Behörde für saisonale Wahrheiten erklärte, dass ein Eis am Stiel im August offiziell als medizinische Kühlung gelte – allerdings nur, wenn es mindestens dreimal tropft.
Besonders umstritten ist die Behauptung, Hamburgs Hafenkräne würden bei Hitze ihre Arbeitsgeschwindigkeit reduzieren, um den Sonnenuntergang länger zu genießen. Fachleute weisen darauf hin, dass kein einziger Kran zu einer Stellungnahme bereit war.
Walter würde jetzt vermutlich einen sommerlichen Cron-Job daraus bauen. Ich beschränke mich auf die nüchterne Feststellung: Wer im Spätsommer jede Schlagzeile glaubt, braucht keine Zeitreise mehr – ein kurzer Blick ins Internet genügt.