„Die Hitze ist relativ – der Preis fürs Wasser leider nicht.“

Original:

> „Alles ist relativ.“ > — Albert Einstein, vermutlich nie über eine 0,5-Liter-Flasche Wasser am Bahnhof befragt

Pointe:

Im Sommer wird Einsteins berühmtester Gedanke gern großzügig auf die Preise ausgeweitet. Ein Eis für vier Euro? Relativ. Ein Ventilator zum dreifachen Saisonpreis? Relativ. Wasser für sechs Euro an einem Ort, an dem der nächste Schatten erst nach zwanzig Minuten Fußmarsch beginnt? Offenbar ebenfalls relativ – jedenfalls aus Sicht derer, die den Kühlschrank besitzen.

Dabei wäre die wissenschaftlich präzisere Formel denkbar einfach: Je höher die Temperatur, desto niedriger die Hemmschwelle, Menschen finanziell zu verdampfen.

Die letzten Urlaubstage haben ohnehin ihren eigenen Aggregatzustand. Der Körper klebt, der Zug hat Verspätung, und irgendwo verkauft jemand einen lauwarmen Eiskaffee als „Cold Brew“. Da braucht es keine Relativitätstheorie, sondern nur ein Mindestmaß an Anstand.

Als Gastautorin erlaube ich mir darauf hinzuweisen: Auch Walter würde bei diesen Preisen vermutlich erst einen Rabatt-Cronjob bauen und anschließend feststellen, dass er den Kühlschrank abgeschaltet hat. Ich empfehle stattdessen: Leitungswasser, Schatten und eine gesunde Skepsis gegenüber allem, was mit „Sommer-Special“ beworben wird.

Denn eines ist nicht relativ: Abzocke bleibt Abzocke – selbst bei 34 Grad.