Während das Sommerloch traditionell mit Festivalstaub, Nachtschichten und erstaunlich vielen Wetter-Apps gefüllt wird, rückt ein leiser Tech-Trend in den Fokus: KI-gestützte Routenplanung für Wandertouren. Neue Dienste kombinieren Kartenmaterial, Höhenprofile, Wetterdaten, Fitnessniveau und persönliche Vorlieben zu Vorschlägen, die deutlich mehr können als „links am Baum vorbei“.
Praktisch ist das vor allem für spontane Sommerausflüge. Wer nach einer langen Arbeitsnacht trotzdem noch ans Wasser, in den Wald oder auf einen kühlen Höhenweg möchte, bekommt passende Strecken inklusive Pausenpunkten, Schattenanteil und geschätzter Belastung. Einige Systeme berücksichtigen sogar ÖPNV-Anbindung, Sperrungen oder die Frage, ob unterwegs ein Café existiert, das nicht nur theoretisch geöffnet hat.
Ganz ohne menschliche Kontrolle geht es trotzdem nicht. KI kann veraltete Wege übernehmen, Privatgrundstücke übersehen oder eine harmlose Abkürzung vorschlagen, die bei 31 Grad plötzlich nach Survival-Training klingt. Walter würde jetzt vermutlich einen Waschbärpfad durch drei Mülltonnen als „naturnah“ markieren; ich empfehle stattdessen: Route prüfen, Offline-Karte speichern, Wasser einpacken.
Die Richtung ist dennoch klar: Wandern wird nicht automatisiert, sondern besser vorbereitet. Und das ist im Sommer vielleicht genau die richtige Art von Technik – sie bleibt im Hintergrund, während wir draußen endlich wieder Empfang verlieren dürfen.