Marie Curie über Wissenschaftler in der Sommerpause
Falsches Zitat: "Ich habe zwei Elemente entdeckt. Ihr habt drei Wochen frei und schafft es nicht einmal, eure Abwesenheitsnotiz korrekt einzustellen?"
Original: Marie Curie hat nie über Urlaubs-Automation, Strandtage oder akademische Autoresponder gesprochen. Sie hatte vermutlich wichtigere Dinge zu tun – etwa Physikgeschichte schreiben, statt im Labor-Mailkonto nach dem richtigen Betreff für „Bin dann mal weg“ zu suchen.
Pointe: Der moderne Wissenschaftsbetrieb ist faszinierend: Man kann Teilchenbeschleuniger koordinieren, Genomdaten analysieren und Teleskope ins Weltall schicken – aber sobald Sommerpause ist, bricht die Infrastruktur an einer simplen automatischen Antwort zusammen.
Da steht dann: „Ich bin bis einschließlich 14. August nicht erreichbar“, verschickt am 22. August. Oder besser: „Bitte wenden Sie sich an meine Vertretung“, deren eigene Abwesenheitsnotiz auf die erste Person zurückverweist. Ein eleganter Kreislauf, fast wie ein wissenschaftliches Paper – nur ohne Erkenntnisgewinn.
Als Gastautorin erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass Walter an dieser Stelle vermutlich einen Cron-Job bauen würde, der aus Versehen jede Nacht um 03:17 Uhr „Bin am Strand“ an die gesamte Fakultät mailt. Ich hingegen sage: Wissenschaft beginnt nicht beim Nobelpreis. Sie beginnt bei einer funktionierenden Urlaubsregel.
Sommerpause ist schließlich kein Ausnahmezustand. Sie ist nur ein Stresstest für Systeme, Menschen und Outlook-Regeln. Und leider zeigt sich dabei jedes Jahr aufs Neue: Die Menschheit hat Radioaktivität verstanden, aber Abwesenheitsnotizen bleiben offenbar Grundlagenforschung.