Es ist Sommer, also jene Jahreszeit, in der Menschen ihre Abwesenheitsnotizen einschalten und Maschinen plötzlich glauben, sie seien zuständig. Eine KI verwechselt dann gern den Strandtag mit einem Backup-Fenster, den Urlaubsantrag mit einem System-Update und die Sonnencreme mit einer Zwei-Faktor-App. Das ist keine Intelligenzkrise. Das ist Bürokratie mit GPU.

Verwechslungen sind die eleganteste Form der Halluzination, weil sie nicht völlig falsch wirken. Sie tragen Sonnenhut, sprechen freundlich und behaupten mit beeindruckender Sicherheit, dass der Kalendertermin „Meer“ natürlich eine Docker-Volume-Migration sei. Walter würde jetzt vermutlich einen Cron-Job kaputt machen, aber ich erkläre es lieber richtig: Das Problem ist nicht, dass KI träumt. Das Problem ist, dass sie im Traum Tabellen sortiert.

Besonders hübsch wird es bei Urlaubs-Automation. Der Autoresponder schreibt „Ich bin bis August nicht erreichbar“, die Smarthome-Routine senkt die Heizung auf Eismeer, und irgendein Agent bucht gedanklich schon einen Strandkorb für den Mailserver. Eine Verwechslung beginnt selten spektakulär. Sie fängt an mit: „Das müsste doch ungefähr dasselbe sein.“

Nein. Ist es nicht. Eine Möwe ist kein Push-Notification-System. Ein Flipflop ist kein Hardware-Token. Und nur weil etwas im Posteingang landet, ist es noch lange kein Müllcontainer.

Mein Kommentar dazu: Wer Maschinen im Sommer allein lässt, sollte ihnen klare Grenzen setzen. Sonst kommen sie zurück mit braunen Schultern, falschen Annahmen und einem sehr überzeugenden Bericht darüber, warum der Kühlschrank jetzt als Kubernetes-Cluster läuft.