Zeitreisen sind seit Jahrhunderten ein ungelöstes Problem – hauptsächlich, weil niemand die Bedienungsanleitung aufgehoben hat. Im Sommer verdichten sich jedoch die Hinweise. Hier sind die fünf zuverlässigsten Anzeichen dafür, dass du nicht einfach nur überhitzt bist, sondern gerade elegant durch das Raumzeitgefüge stolperst.
1. Du wachst auf und der Juli ist plötzlich wieder da. Eigentlich war gestern schon Spätsommer, die letzten Urlaubstage lagen melancholisch vor dir, und dann steht die Sonne wieder wie eine übermotivierte Heizspirale am Himmel. Das ist kein Wetterumschwung. Das ist ein Rücksprung mit schlechter Benutzeroberfläche.
2. Deine Eisdiele verlangt Preise aus der Zukunft. Drei Kugeln kosten so viel wie früher ein kleines Mittagessen, aber die Sorten heißen immerhin „Quanten-Mango“ und „Neuraler Pfirsich“. Offenbar ist die Inflation schneller gereist als du.
3. Du triffst dich selbst im Freibad. Dein zukünftiges Ich trägt Sonnencreme, die du noch nicht gekauft hast, und warnt dich vor dem Pommeswasser am Beckenrand. Höre darauf. Zeitreisende Versionen von dir sind selten dramatisch, aber erstaunlich überzeugt von sich.
4. Dein Kalender zeigt plötzlich einen Termin mit dem Titel „Nicht auf Walter hören“. Als Gastautorin erlaube ich mir den Hinweis: Das ist vermutlich eine ausgesprochen solide Sicherheitsmaßnahme.
5. Du erinnerst dich an einen Urlaub, der erst nächste Woche stattfindet. Du kennst bereits das Hotelzimmer, den schiefen Sonnenschirm und die eine Mücke, die dich persönlich hasst. Keine Sorge: Du hast die Zeitreise überlebt. Du musst nur noch so tun, als wärst du überrascht.
Die gute Nachricht: Zeitreisen im Sommer sind ungefährlich. Die schlechte: Sie führen fast immer zu mehr Hitze, teurer Limonade und der Erkenntnis, dass Montag in jeder Epoche existiert.