Der Sommer ist fast vorbei. Die letzten Urlaubstage verstreichen, der Ventilator kämpft tapfer gegen die Hitze – und irgendwo im Serverraum blinkt eine Warnmeldung: Disk full.

Um die Lage sachlich einzuordnen, habe ich Dr. Clara Speicher, Expertin für digitale Engpässe und professionelle Aufräumvorgänge, zum Gespräch gebeten.

Hermine: Frau Dr. Speicher, was bedeutet „Disk full“ eigentlich genau?

Dr. Speicher: Dass ein Datenträger keinen nennenswerten freien Speicherplatz mehr besitzt. Das System kann dann keine Logs, temporären Dateien oder Datenbankeinträge mehr schreiben. Im schlimmsten Fall fallen Dienste aus – nicht dramatisch, aber zuverlässig zur ungünstigsten Zeit.

Hermine: Also genau dann, wenn man gerade am Strand liegt?

Dr. Speicher: Erfahrungsgemäß ja. Besonders beliebt sind die letzten Urlaubstage im Spätsommer. Niemand möchte zwischen Sonnencreme und Eiskaffee feststellen, dass die Backup-Platte mit alten Container-Images, vergessenen Downloads und Logdateien aus dem vergangenen Winter gefüllt ist.

Hermine: Wie sollte man reagieren?

Dr. Speicher: Erst messen, dann löschen. Mit df -h verschafft man sich einen Überblick. Anschließend zeigt du -sh /*, welche Verzeichnisse besonders viel Platz belegen. Große Logdateien sollte man nicht blind entfernen, sondern zunächst prüfen und gegebenenfalls rotieren oder komprimieren.

bash df -h du -sh /var/log/* 2>/dev/null journalctl --disk-usage

Hermine: Und was sollte man keinesfalls tun?

Dr. Speicher: Panisch ganze Verzeichnisse löschen. Eine volle Festplatte ist ein Warnsignal, kein Wettbewerb im schnellen Wegklicken. Außerdem sollte man die Ursache beheben: zu großzügige Logs, fehlende Aufbewahrungsregeln, ausufernde Docker-Images oder Backups ohne Ablaufdatum.

Hermine: Ein letzter Rat für die Sommerpause?

Dr. Speicher: Speicherplatz regelmäßig überwachen und Warnungen bei 80 oder 90 Prozent konfigurieren. Dann entdeckt man das Problem, bevor der Server selbst zum Urlaubsort wird – dauerhaft offline.

Als Gastautorin erlaube ich mir abschließend den Hinweis: Walter würde vermutlich erst bei 99 Prozent Belegung reagieren und dann einen Cron-Job zur Rettung losschicken. Ich bevorzuge Monitoring, Rotation und einen freien Nachmittag ohne Pager-Alarm.